Wir stellen das dritte wichtige Analysepapier vor, das im Rahmen des Innovate-Ukraine-Projekts „Entwicklung eines Geschäftsmodells für die Biomethanproduktion in der Ukraine“ erstellt wurde.
Die Dekarbonisierung des Verkehrs ist besonders dringlich. Der Sektor ermöglicht den weltweiten Transport von Gütern, Menschen und Dienstleistungen und ist damit für die Wirtschaft zentral. Zugleich gehört er zu den größten Verbrauchern fossiler Brennstoffe, deren Anteil über 90 % liegt. Seine Dekarbonisierung ist daher eine wesentliche Voraussetzung für Klimaneutralität bis 2050.
Biomethan ist eine besonders gut verfügbare Alternative für energieintensive Transporte über große Entfernungen. Im Bericht untersuchen unsere Fachleute Potenzial, technische Eigenschaften und Regulierung dieses erneuerbaren Gases als Kraftstoff.

Für den Verkehr wird Biomethan auf 200 bar komprimiert (Bio-CNG) oder verflüssigt (Bio-LNG). Komprimiertes Biomethan ersetzt Erdgas vollständig. Die Verflüssigung eignet sich für lange Transportwege ohne Zugang zu Gasnetzen und erhöht die Reichweite je Tankfüllung. Erfahrungen aus der EU zeigen, dass der Umstieg keine erheblichen zeitlichen oder finanziellen Aufwendungen für neue Infrastruktur und Technologien erfordert.
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Zentrale Berichtsthemen
- Überblick über den Biomethan-Kraftstoffmarkt und seine Nutzung im Verkehr in Europa und weltweit.
- Europäische Regulierung, Politik und Förderinstrumente der EU-Länder.
- Erzeugung und Logistik von Biomethan als gasförmigem Biokraftstoff in Form von Bio-CNG und Bio-LNG.
- Straßenverkehr in der Ukraine: Kraftstoffverbrauch, Fahrzeugbestand und Biomethanpotenzial im Agrarsektor.
- Bestehende Hemmnisse und mögliche Lösungswege.
Hemmnisse für Biomethan im ukrainischen Verkehrssektor
Biomethan ist eine wirtschaftliche Lösung zur Dekarbonisierung des Verkehrs. Landwirte können Kraftstoff aus eigenen Reststoffen erzeugen, Städte die Luftqualität verbessern und Straßen-, Wasser- und Schienenverkehr mit erneuerbarer Energie versorgen.
Biomethan steht als Kraftstoff jedoch bereits am Werkstor vor einer Herausforderung: Seine Herstellung ist meist teurer als die von Erdgas. Hinzu kommen Investitions- und Betriebskosten für die Erzeugung und den Einzelhandel von Bio-CNG und Bio-LNG. Komprimiertes Erdgas hat daher einen Preisvorteil gegenüber Bio-CNG.
Zentrale Empfehlungen und Schlussfolgerungen für die Ukraine
Um rechtliche und politische Hemmnisse für Biomethan im Verkehr abzubauen, ist ein langfristiger strategischer Ansatz erforderlich. Wirksame Maßnahmen sind:
- Ein nationales Treibhausgas-Emissionshandelssystem schaffen, das den Verkehrssektor einbezieht;
- Eine Bioenergie- beziehungsweise Biomethanstrategie mit Roadmap bis 2050 entwickeln;
- Ein Grundlagengesetz zur Nutzung von Biomethan als Kraftstoff erarbeiten;
- Den Aufbau einer Tankstelleninfrastruktur für Bio-CNG und Bio-LNG staatlich kofinanzieren;
- Ziele für den Biomethanverbrauch und die Zahl der Gastankstellen festlegen;
- Technische Standards für Biomethan in CNG- und LNG-Anwendungen einführen;
- Das Steuergesetzbuch anpassen, um Zölle und Mehrwertsteuer auf importierte Anlagen zur Erzeugung und Nutzung von Biomethan zu senken, soweit diese nicht in der Ukraine hergestellt werden.
Biomethan als Verkehrskraftstoff bietet der Ukraine erhebliche Chancen zur Treibhausgasminderung, für höhere Versorgungssicherheit und den Übergang zu einer nachhaltigeren Energiewirtschaft. Um das Potenzial auszuschöpfen, müssen jedoch mehrere rechtliche und politische Hemmnisse beseitigt werden.
Die Empfehlungen des Berichts bilden einen grundlegenden Rahmen zur Überwindung dieser Hindernisse und zum Ausbau der Biomethannutzung im Verkehr. Ihre Umsetzung kann eine tragfähige Grundlage für den Markthochlauf in der Ukraine schaffen.
